Am 20. August 2026 habe ich den Leistungsbericht meiner Search Console exportiert, Suchtyp Web, Zeitraum 18. Mai bis 17. August 2026. Das Ergebnis für 92 Tage: 3 Klicks und 2.012 Impressionen, verteilt auf 51 Suchanfragen und 29 Seiten mit Impressionen. Das ist wenig. Es ist aber nicht nichts — und vor allem ist es etwas, das ich vorher nicht hatte: eine Liste dessen, wonach Menschen suchen, bei denen mein Blog bereits auftaucht.
Genau das ist der Punkt, um den es in diesem Beitrag geht. Ich hatte vorher einen Redaktionsplan, der aus Einfällen bestand: Themen, die mir plausibel vorkamen, notiert an Tagen, an denen mir etwas einfiel. Der Export hat mir gezeigt, dass die interessanteren Themen längst vorlagen. Ich musste sie nur auslesen. Wie das geht, mit welchen vier Auswertungen und in welcher Reihenfolge, schreibe ich hier auf — mit meinen eigenen Zahlen als Anschauungsmaterial.
Redaktionsplan aus Daten auf einen Blick
- Die Datenquelle liegt schon vor. Der Leistungsbericht der Search Console zeigt, zu welchen Suchanfragen deine Seiten eingeblendet werden — auch dann, wenn niemand klickt. Ein Zusatzwerkzeug brauchst du dafür nicht.
- Schreibweisen zusammenzählen. Einzelne Zeilen wirken klein. Bei mir ergaben acht Schreibweisen rund um die Keyworddichte zusammen 1.247 Impressionen — und null Klicks.
- Impressionen plus schlechte Position sind für mich der naheliegendste Ansatzpunkt. Diese Seiten haben Nachfrage und liefern sie nicht ab. Sie auszubauen dürfte schneller gehen, als Nachfrage für einen neuen Beitrag erst aufzubauen.
- Position 11 bis 30 ist die Zone der kleinen Schritte. Meine Seite über Blogverzeichnisse steht auf Position 25,2 bei 113 Impressionen. Von Seite drei aus halte ich die Top 10 für erreichbar — belegt habe ich das nicht.
- Eine Suchanfrage ohne passende Seite ist eine echte Lücke. Für frequenz bloggen hatte ich 60 Impressionen auf Position 79,5 und keinen einzigen Beitrag zum Thema. Nur hier ist ein neuer Text klar besser als ein Ausbau.
- Position 79 heißt nicht fast geschafft. Ich lese sie so: Google kennt die Seite, stuft sie aber als schwach ein. Für mich ist das eine Diagnose, keine Zielgerade.
- Ein Messpunkt braucht Ruhe. Wer laufend viel veröffentlicht, kann hinterher nicht mehr trennen, welche Maßnahme gewirkt hat. Eine Änderung, dann warten.

Warum Einfälle der schlechtere Ausgangspunkt sind
Ein Redaktionsplan aus Einfällen hat einen Vorteil: Er entsteht schnell. Er hat aber einen Nachteil, der ihn in meinen Augen aufwiegt. Er beantwortet die Frage, worüber ich schreiben möchte, und nicht die Frage, wonach jemand sucht. Beides fällt manchmal zusammen. Verlassen würde ich mich darauf nicht.
Was mein Export tatsächlich enthielt
3 Klicks in 92 Tagen sind eine ernüchternde Zahl, und ich schreibe sie hier bewusst hin. Die zweite Zahl ist die interessantere: 2.012 Impressionen. Das heißt, meine Seiten wurden gut zweitausend Mal in Suchergebnissen eingeblendet. Menschen haben etwas gesucht, Google hat den Blog offenbar für passend genug gehalten, um ihn einzublenden — so lese ich das — und dann ist die Sache versandet. Zu weit hinten, zu unpassend im Titel, zu dünn.
Diese Lücke zwischen Einblendung und Klick ist kein Makel der Daten. Sie ist der eigentliche Fund. 51 Suchanfragen und 29 Seiten sind eine Menge, die man in einer halben Stunde von Hand durchgehen kann. Bei größeren Blogs sortiert man eben nach Impressionen und nimmt die oberen fünfzig Zeilen. Das Verfahren bleibt dasselbe.
Nachfrage, die man nicht erst aufbauen muss
Wenn ich mir ein Thema ausdenke, muss ich zwei Dinge auf einmal richtig treffen: dass es überhaupt gesucht wird, und dass ich dafür gefunden werde. Wenn ich ein Thema aus dem Leistungsbericht nehme, ist der erste Teil bereits erledigt. Die Nachfrage ist belegt, weil sie sich in Impressionen niedergeschlagen hat. Übrig bleibt nur noch der zweite Teil.
Das ist der ganze Trick, und er ist unspektakulär. Er verändert aber, was auf dem Plan landet. Bei mir standen vorher Themen darauf, die ich heute nicht mehr schreiben würde, und es fehlten Themen, für die ich seit Monaten eingeblendet werde. Wer sich fragt, welche SEO-Fehler im eigenen Blog am teuersten sind: Nachfrage zu übersehen, die man bereits hat, gehört dazu.
Auswertung eins und zwei: clustern und Schwachstellen finden
Alle vier Auswertungen, die ich beschreibe, laufen im Leistungsbericht der Search Console. Du brauchst die Reiter Suchanfragen und Seiten, die Spalten für Impressionen und durchschnittliche Position und die Möglichkeit, nach einer Spalte zu sortieren. Mehr nicht. Wenn du die Ansicht noch nicht kennst, hilft die Dokumentation zum Leistungsbericht bei Google beim Einstieg.
Suchanfragen clustern, statt Zeile für Zeile zu lesen
Die Liste der Suchanfragen ist standardmäßig eine Liste von Einzelzeilen, und jede Einzelzeile sieht klein aus. Genau daran scheitert die Auswertung meistens. Der erste Schritt ist deshalb: Schreibweisen desselben Themas zusammenzählen.
Bei mir sah das so aus. keyworddichte brachte 738 Impressionen, keyword dichte 373, optimale keyworddichte 95, keyword-dichte 24, seo keyworddichte 8, keyworddichte seo 7, dazu zwei Einzelfälle. Zusammen 1.247 Impressionen über acht Schreibweisen. Das sind 62 Prozent aller Impressionen der Website, also gut sechs von zehn — und darauf entfiel kein einziger Klick.
Zeile für Zeile gelesen hätte ich diesen Block übersehen. Die größte Einzelzeile mit 738 Impressionen wäre mir aufgefallen, der Rest wäre im Rauschen verschwunden. Erst das Zusammenzählen macht sichtbar, was groß ist. Für mich folgt daraus, dass mein Beitrag zur optimalen Keyworddichte die wichtigste Baustelle im ganzen Bestand ist, und nicht irgendein neues Thema.
Eine Einordnung gehört dazu, die ich mir selbst erst klarmachen musste: Die 1.247 Impressionen stammen aus dem Reiter Suchanfragen. Auf Seitenebene teilen sich zwei Adressen dasselbe Thema — der Beitrag /optimale-keyworddichte/ mit 922 Impressionen auf Position 78,26 und das Schlagwort-Archiv /tipps/keyworddichte/ mit 796 Impressionen auf Position 54,45. Das Archiv steht also deutlich besser da als der Beitrag, für den es eigentlich nur ein Verzeichnis sein sollte. Bevor ich am Text arbeite, ist damit eine zweite Frage auf dem Plan: Warum tritt ein Schlagwort-Archiv gegen den eigenen Beitrag an?
Seiten mit Impressionen und schlechter Position
Die zweite Auswertung wechselt in den Reiter Seiten: sortieren nach Impressionen, dann die Spalte Position danebenlegen. Gesucht sind Seiten, die viel eingeblendet werden und trotzdem weit hinten stehen. Sie haben Nachfrage und liefern nicht.
Mein deutlichster Fall ist /php-info-datei-erstellen-php-informationen-anzeigen/: 119 Impressionen, Position 42,5 — und der Beitrag hat 294 Wörter. Das ist für mich kein Rätsel, sondern eine naheliegende Erklärung: Google blendet die Seite ein, weil das Thema passt, und stellt sie weit hinten ein — ich lese das so, dass dort schlicht zu wenig steht. Solche Seiten halte ich für den naheliegendsten Ansatzpunkt im ganzen Plan, denn die Nachfrage muss ich nicht erst herstellen. Ich muss nur das liefern, was der Beitrag bisher schuldig bleibt.
Auswertung drei und vier: knapp daneben und gar nicht da
Die ersten beiden Auswertungen finden das Große und das Schwache. Die nächsten beiden finden das Naheliegende und das Fehlende. Zusammen ergeben sie eine Prioritätenliste, die sich von selbst sortiert.
Seiten knapp außerhalb der Top 10
Einen Filter auf die durchschnittliche Position kennt die Search Console nicht. Schalte deshalb oberhalb der Tabelle zuerst die Metrik Durchschnittliche Position ein — ohne sie fehlt die Spalte in der Tabelle ganz. Danach sortierst du die Seitenliste nach dieser Spalte, oder du exportierst die Tabelle und grenzt in der Tabellenkalkulation auf Werte zwischen 11 und 30 ein. Das ist Seite zwei und Seite drei der Suchergebnisse. Hier stehen Seiten, die Google bereits einblendet, denen aber etwas fehlt — meine Annahme ist, dass hier kleine Verbesserungen am ehesten etwas bewegen. Gemessen habe ich das nicht.
Bei mir ist das der Beitrag über das Eintragen eines Blogs in ein Blogverzeichnis: Position 25,2 bei 113 Impressionen. Zum Vergleich die Gegenrichtung: meine Seite zu WordPress-MIME-Types steht auf Position 6,3 und ist die einzige Beitragsseite mit einem Klick: Von den drei Klicks des Exports entfielen zwei auf die Startseite und einer auf sie. Der Abstand zwischen 25,2 und 6,3 ist genau die Strecke, um die es in dieser Auswertung geht.
Suchanfragen ohne passende Seite
Die vierte Auswertung ist die einzige, die tatsächlich zu einem neuen Beitrag führt. Gehe die Suchanfragen mit Impressionen durch und prüfe bei jeder, ob es im Bestand überhaupt eine Seite gibt, die dieses Thema behandelt. Wenn nicht, zeigt Google ersatzweise irgendetwas an — irgendeine Seite, die entfernt passt.
Bei mir war das frequenz bloggen: 60 Impressionen auf Position 79,5, und im ganzen Blog stand damals kein Beitrag darüber, wie oft man veröffentlichen sollte. Das ist eine echte Lücke, und sie ist der einzige Fall, in dem ein neuer Text klar besser ist als jeder Ausbau. Daraus ist inzwischen einer geworden: wie oft bloggen — der Beitrag entstand aus dieser Zeile und aus keinem Einfall.
Und noch eine Einordnung, die ich mir selbst erst zurechtlegen musste: Position 79,5 bedeutet nicht, dass ich fast oben angekommen wäre. Ich lese sie so, dass Google die Seite zwar kennt, sie aber als schwach einstuft. Eine dreistellige oder hohe zweistellige Position ist für mich eine Diagnose, kein Zwischenstand kurz vor dem Ziel.
Aus den Befunden einen Plan machen
Vier Auswertungen ergeben eine Handvoll Befunde. Die folgende Tabelle ist mein Stand vom 20. August 2026 — dieselben Zahlen wie oben, nur nebeneinander gelegt, damit die Reihenfolge sichtbar wird.
| Seite oder Suchanfrage | Impressionen | Position | Was daraus folgt |
|---|---|---|---|
| Themenblock Keyworddichte, acht Schreibweisen | 1.247 | je Anfrage verschieden | Größter Block, null Klicks: Ausbau mit höchster Priorität |
| /php-info-datei-erstellen-php-informationen-anzeigen/ | 119 | 42,5 | 294 Wörter bei vorhandener Nachfrage: Beitrag substanziell erweitern |
| /einen-blog-in-ein-blogverzeichnis-eintragen/ | 113 | 25,2 | Seite drei: kleine Verbesserungen, Top 10 vermutlich erreichbar |
| frequenz bloggen (keine passende Seite) | 60 | 79,5 | Echte Lücke: neuer Beitrag gerechtfertigt |
| /wordpress-mime-types-mehr-dateitypen-hochladen/ | 15 | 6,3 | Beste Position, einziger Klick einer Beitragsseite: Referenz, vorerst nichts ändern |
Ausbau vor Neuschreiben
Die praktische Reihenfolge fällt nach diesen vier Auswertungen leicht. Zuerst kommt der größte Themenblock mit vorhandener Nachfrage und schlechter Ausbeute, bei mir also die Keyworddichte. Dann die dünnen Beiträge mit Impressionen. Dann die Seiten zwischen Position 11 und 30, weil dort der Weg am kürzesten ist. Und erst danach ein neuer Text — und zwar nur für eine belegte Lücke.
Ausbau vor Neuschreiben, das ist die ganze Regel. Sie ist unbequem, weil ein neuer Beitrag sich nach Fortschritt anfühlt und das Überarbeiten eines alten nach Aufräumen. Die Daten sagen trotzdem etwas anderes: Beim Ausbau arbeite ich an einer Stelle weiter, an der Google mich schon einblendet. Beim neuen Beitrag fange ich bei null an.
Ein Messpunkt braucht Ruhe davor und danach
Ein methodischer Hinweis, der mir wichtiger ist als alles andere in diesem Beitrag: Wer laufend viel veröffentlicht und gleichzeitig überall überarbeitet, kann später nicht mehr trennen, welche Maßnahme gewirkt hat. Dann steigen oder fallen die Zahlen, und die Erklärung dafür ist Kaffeesatzleserei.
Ein Messpunkt braucht deshalb Ruhe davor und danach. Ich nehme mir eine Maßnahme vor, notiere Datum und Ausgangswerte, lasse den Rest liegen und schaue nach einigen Wochen wieder in denselben Bericht. Das ist langsam. Es ist aber der Unterschied zwischen einer Beobachtung und einer Vermutung. Wer strukturierte Daten und Berichte darüber hinaus vertiefen will, findet bei Google Search Central die technischen Grundlagen.
Mein nächster Messpunkt steht fest: die Keyworddichte-Seite, ein Ausbau, danach zwölf Wochen nichts. Was daraus wird, schreibe ich auf — mit denselben vier Auswertungen und demselben Export.


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