Irgendwann reicht dir die Oberfläche deines Blogs nicht mehr und du willst wissen, was auf dem Server darunter eigentlich läuft: Welche PHP-Version ist aktiv? Wie viel Arbeitsspeicher darf ein Skript belegen? Warum bricht der Upload einer größeren Datei ab? Genau für diese Fragen gibt es eine winzige Datei mit einer einzigen Funktion darin — und die beantwortet sie alle auf einen Schlag.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du eine PHP-Info Datei erstellst, wie du die Ausgabe im Browser liest, welche Werte für dein Blog wirklich zählen — und warum du die Datei danach sofort wieder löschen solltest. Wenn du dich gern mit dem Unterbau deiner Website beschäftigst, findest du weitere Werkzeuge in meiner Sammlung PHP Tools und Links.
Die phpinfo-Datei auf einen Blick
- Was die phpinfo-Datei ist: eine einzelne PHP-Datei, die beim Aufruf im Browser die komplette Konfiguration deiner PHP-Installation als Tabelle ausgibt.
- So legst du die info.php an: leere Datei im Texteditor öffnen, den Aufruf der Funktion phpinfo() eintragen, als
info.phpspeichern. - So kommt die Datei auf den Server: per FTP oder über den Dateimanager deines Hosters in das Web-Verzeichnis, meist
htdocsoderpublic_html. - So rufst du die PHP-Info Datei auf: im Browser
deine-domain.de/info.phpeingeben — die Ausgabe erscheint sofort. - Diese Werte liest du dort ab: PHP-Version,
memory_limit,upload_max_filesize,post_max_size,max_execution_time, geladene Erweiterungen und der Pfad der aktiven php.ini. - Warum du die info.php sofort löschst: sie zeigt Serverpfade, Modulversionen und Einstellungen offen im Netz und ist damit eine Steilvorlage für Angreifer.
- Alternativen ohne eigene Datei: das Hosting-Panel, der Konsolenbefehl
php -iund in WordPress der Bericht unter Werkzeuge und Website-Zustand.
Was eine PHP-Info Datei ist und wozu du sie brauchst
Die Funktion phpinfo() und ihre Ausgabe
Mit der Funktion phpinfo() lassen sich praktisch alle Informationen über die momentane Konfiguration von PHP anzeigen. Die einzelnen Konfigurationseinstellungen werden in einer übersichtlichen Tabelle auf einer einzigen Seite dargestellt. Du brauchst dafür kein Plugin, keinen Zugang zu einer Datenbank und keine Programmierkenntnisse — eine Datei mit drei Zeilen Code genügt.
Natürlich kannst du die meisten aktuellen Einstellungen auch direkt in der php.ini nachschauen. Das ist aber oft sehr unübersichtlich, denn die php.ini ist eine sehr lange Datei mit hunderten Zeilen, von denen die meisten auskommentiert sind. Dazu kommt: Was in der php.ini steht, muss nicht das sein, was am Ende wirklich gilt. Ein Hoster kann Werte pro Konto überschreiben, ein Verzeichnis kann eigene Einstellungen mitbringen. Die phpinfo-Ausgabe zeigt dir dagegen den Zustand, der tatsächlich aktiv ist — deshalb ist eine info.php Datei der ehrlichere Weg.
Typische Situationen, in denen dir die info.php hilft
Die meisten Blogger stolpern nicht aus Neugier über das Thema PHP Info, sondern weil etwas klemmt. Diese Fälle kommen besonders häufig vor:
- Ein Plugin oder Theme verlangt eine bestimmte PHP-Version, und du willst wissen, welche dein Server gerade nutzt.
- Der Upload eines Bildes oder einer ZIP-Datei bricht ab — dann sind meist
upload_max_filesizeoderpost_max_sizezu klein. - Beim Import oder beim Backup läuft ein Skript in einen Timeout, was auf
max_execution_timehindeutet. - Eine Erweiterung wie GD, cURL, mbstring oder ZIP fehlt, und du willst prüfen, ob sie überhaupt geladen ist.
- Du hast eine Einstellung geändert und willst kontrollieren, ob sie wirklich angekommen ist.
- Du weißt nicht, welche php.ini dein Server überhaupt einliest.
In all diesen Fällen bekommst du mit einem einzigen Seitenaufruf eine belastbare Antwort, statt im Support-Forum zu raten.
PHP-Info Datei erstellen — Schritt für Schritt
Datei im Editor anlegen und per FTP hochladen
Der klassische Weg führt über einen Texteditor und ein FTP-Programm. So gehst du vor:
- Erstelle in einem HTML- oder PHP-Editor eine neue, leere Datei. Ein reiner Texteditor genügt völlig — nur bitte kein Textverarbeitungsprogramm, das Formatierungen mitspeichert.
- Trage den unten stehenden PHP-Code ein.
- Speichere die Datei als
info.phpab. Achte darauf, dass der Editor nicht heimlich.txtanhängt. - Lade die Datei per FTP auf den Server, und zwar in das Web-Verzeichnis — je nach Hoster heißt es
htdocs,public_htmloderwww. - Rufe die Datei im Browser auf, zum Beispiel über
www.deine-domain.de/info.php.
Der komplette Inhalt der Datei sieht so aus:
<?php
phpinfo();
?>
Mehr ist es nicht. Die schließende Klammer und das Semikolon gehören dazu, das schließende ?> darfst du am Dateiende auch weglassen. Wenn du im Browser statt der Tabelle den Quelltext siehst, wurde die Datei nicht als PHP verarbeitet — dann stimmt entweder die Dateiendung nicht oder du hast sie in einem Verzeichnis abgelegt, das der Webserver nicht ausliefert.
Der Weg über den Dateimanager deines Hosters
Du brauchst nicht zwingend ein FTP-Programm. Fast jedes Hosting-Paket bringt im Kundenmenü einen Dateimanager mit, oft in Plesk, cPanel oder einer eigenen Oberfläche. Dort legst du im Web-Verzeichnis eine neue Datei namens info.php an, öffnest sie im eingebauten Editor, fügst die drei Zeilen ein und speicherst. Das dauert keine Minute und du sparst dir die Zugangsdaten für FTP.
Zwei Hinweise aus der Praxis: Vergib ruhig einen unauffälligeren Dateinamen als info.php oder phpinfo.php, etwa eine zufällige Zeichenfolge. Diese beiden Namen werden von automatisierten Scannern gezielt abgeklappert. Und wenn beim Aufruf eine leere Seite oder ein Fehler erscheint: Manche Hoster deaktivieren die Funktion phpinfo aus Sicherheitsgründen. In dem Fall hilft dir keine eigene Datei weiter, sondern nur einer der Wege aus dem letzten Kapitel.
Was in der Ausgabe steht und wie du die wichtigen Werte findest
Beim ersten Aufruf wirkt die Seite erschlagend. Über die phpinfo-Funktion siehst du praktisch alle Informationen über deine PHP-Installation, daneben aber auch viele Angaben über den Webserver und das System, auf dem er läuft. Unter anderem:
- PHP-Version, ganz oben und in großer Schrift
- die komplette PHP-Konfiguration mit lokalem Wert und Master-Wert
- Angaben zum Webserver und den verwendeten Modulen
- PHP-Umgebungsvariablen
- die übermittelten HTTP-Header
- Informationen zur Datenbankanbindung, etwa zu MySQL beziehungsweise mysqli
- und hunderte weitere Detailangaben
Der beste Trick für den Alltag: Nutze die Suchfunktion des Browsers. Mit Strg und F beziehungsweise Cmd und F springst du direkt zu dem Wert, den du suchst, statt zu scrollen.
PHP-Version, Speicher und Upload-Grenzen
Diese Werte brauchst du am häufigsten. Sie stehen alle im großen Abschnitt zum PHP-Kern:
| Wert | Was er bedeutet |
|---|---|
memory_limit | Wie viel Arbeitsspeicher ein einzelnes PHP-Skript belegen darf. Zu wenig davon zeigt sich als weiße Seite oder als Speicherfehler. |
upload_max_filesize | Die maximale Größe einer einzelnen hochgeladenen Datei. |
post_max_size | Die maximale Größe aller Daten eines Formulars zusammen. Der Wert sollte nicht kleiner sein als upload_max_filesize, sonst greift die kleinere Grenze. |
max_execution_time | Wie lange ein Skript laufen darf, angegeben in Sekunden. Läuft es länger, bricht PHP ab. |
Loaded Configuration File | Der Pfad zur php.ini, die tatsächlich eingelesen wurde. |
Achte in der Tabelle auf die beiden Spalten Local Value und Master Value. Der Master-Wert kommt aus der php.ini, der lokale Wert ist das, was in diesem Verzeichnis wirklich gilt. Weichen sie voneinander ab, hat etwas den Wert überschrieben — eine .htaccess, eine verzeichniseigene Konfiguration oder ein Skript. Welche Werte bei dir sinnvoll sind, hängt vom Hoster und vom Tarif ab; prüf das in deiner eigenen Installation nach, statt dich auf fremde Zahlen zu verlassen. Wenn du beim Hochladen von Dateien in WordPress an Grenzen stößt, hilft dir auch der Beitrag zu den WordPress MIME Types weiter.
Geladene Erweiterungen und die richtige php.ini
Unterhalb des Kernbereichs listet die Ausgabe jede geladene Erweiterung in einem eigenen Block auf, jeweils mit Überschrift und den dazugehörigen Einstellungen. Taucht ein Block nicht auf, ist die Erweiterung schlicht nicht aktiv. So prüfst du in Sekunden, ob GD für die Bildbearbeitung, cURL für externe Anfragen, mbstring für Umlaute oder ZIP für Archive vorhanden sind. Ganz oben findest du außerdem eine Übersicht zur Konfiguration selbst:
- Loaded Configuration File — die php.ini, die aktiv eingelesen wurde. Das ist die Datei, die du ändern musst.
- Configuration File Path — das Verzeichnis, in dem PHP nach der php.ini sucht.
- Scan this dir for additional .ini files — ein Ordner mit zusätzlichen Konfigurationsdateien.
- Additional .ini files parsed — die Liste dieser zusätzlich eingelesenen Dateien.
- Server API — die Art, wie PHP eingebunden ist. Davon hängt ab, welcher Weg zum Ändern von Werten überhaupt funktioniert.
Steht bei Loaded Configuration File nichts, liest dein Server gar keine php.ini ein und arbeitet mit den eingebauten Standardwerten. Eine ausführliche Beschreibung aller Direktiven findest du in der Liste der php.ini-Direktiven im PHP-Handbuch.
Sicherheit: die info.php Datei unbedingt wieder löschen
Warum die Datei nicht auf dem Server bleiben darf
Die PHP-Info Datei sollte immer nur für kurze Zeit auf dem Server liegen und danach sofort wieder verschwinden. Der Grund ist einfach: Die Seite ist öffentlich. Jeder, der die Adresse kennt oder errät, sieht dieselben Angaben wie du — ohne Passwort, ohne Login. Und sie verrät sehr viel über deine Serverkonfiguration.
Konkret liegen damit die absoluten Pfade auf dem Server offen, die genaue PHP-Version samt Patch-Stand, die Versionen aller geladenen Module und Erweiterungen, Angaben zum Webserver sowie die aktive Konfiguration mit allen Sicherheitseinstellungen. Für einen Angreifer ist das eine fertige Landkarte: Er sieht auf einen Blick, ob eine Komponente mit bekannter Schwachstelle im Einsatz ist und wo im Dateisystem er ansetzen kann. Das geht erstens niemanden etwas an und macht zweitens deinen Webserver unnötig unsicher.
Deshalb gilt: Werte ablesen, notieren oder als Screenshot sichern — und die Datei danach per FTP oder im Dateimanager löschen. Nicht umbenennen, nicht in einen Unterordner schieben, sondern wirklich löschen. Ruf die Adresse anschließend noch einmal im Browser auf. Kommt eine 404-Seite, ist alles erledigt. Nebenbei ist eine vergessene Info-Datei auch einer der Punkte, die in einem Website-Check gern auffallen — mehr davon in meiner Liste typischer SEO-Fehler im eigenen Blog.
Drei Alternativen ohne eigene Datei
Wenn du die Informationen regelmäßig brauchst, ist eine dauerhaft erreichbare info.php der falsche Weg. Diese drei Wege liefern dir dieselben Angaben, ohne etwas ins Netz zu stellen:
- Das Hosting-Panel: Viele Anbieter zeigen PHP-Version, aktive Erweiterungen und die wichtigsten Grenzwerte direkt im Kundenmenü an — häufig genau dort, wo du die PHP-Version umstellst.
- Die Konsole: Hast du SSH-Zugang, gibt dir der Befehl
php -idieselbe Ausgabe als Text im Terminal. Nichts davon verlässt den Server. - WordPress selbst: Unter Werkzeuge und dann Website-Zustand findest du den Reiter Bericht mit einem eigenen Abschnitt zum Server, inklusive PHP-Version, Speichergrenze, Upload-Grenze und geladenen Erweiterungen.
Auf der Konsole kannst du die Ausgabe außerdem gleich filtern, statt sie komplett zu lesen:
php -v
php -i | grep memory_limit
php --ini
Der erste Befehl zeigt nur die Version, der zweite einen einzelnen Wert, der dritte die eingelesenen Konfigurationsdateien. Für den Weg über WordPress lohnt ein Blick in die Dokumentation zum Website-Zustand. Und wenn du beim Aufräumen gerade dabei bist: Weitere hilfreiche Werkzeuge für den Blogalltag sammle ich in den Blogger Tools.


[…] Im phpMyAdmin deines Hosters wählst du links die Datenbank deines Blogs aus und klickst oben auf „Exportieren“. Die Schnellvariante im Format SQL genügt, du lädst eine einzelne Datei herunter und legst sie beiseite. Auf der Kommandozeile erledigt WP-CLI dasselbe in einem Befehl. Ob dein Paket die nötigen Voraussetzungen mitbringt, verrät dir die PHP-Info-Datei. […]