Du suchst die optimale Keyworddichte und willst eine Zahl: zwei Prozent, drei Prozent, irgendetwas, das du in ein Werkzeug eintippen und abhaken kannst. Diese Zahl gibt es nicht. Das ist keine Ausflucht — es ist die Auskunft von Google selbst, und sie ist eine bessere Nachricht, als sie im ersten Moment klingt.
Dieser Beitrag erklärt dir, was die Keyworddichte überhaupt misst, wie du sie ausrechnest, warum die kursierenden Prozentwerte keinen Beleg haben — und was du stattdessen tust, damit deine Beiträge für die Suchbegriffe gefunden werden, die du dir vorgenommen hast. Er führt zwei ältere Texte dieses Blogs zusammen: diesen hier und den früheren Beitrag „Keyworddichte — was ist das?“. Alles, was dort stand, findest du jetzt an dieser Stelle wieder, korrigiert und erweitert.
Optimale Keyworddichte auf einen Blick
Kurz beantwortet
Die Keyworddichte ist der Anteil eines Keywords an der Gesamtzahl der Wörter einer Seite, angegeben in Prozent. Du berechnest sie, indem du die Vorkommen des Keywords durch die Wortzahl teilst und mit 100 multiplizierst. Einen anzustrebenden Wert gibt es nicht: In den Google Search Central Office Hours vom Januar 2023 heißt es auf die Frage, ob Google die Keyworddichte berücksichtige, wörtlich „Google does not have a notion of optimal keyword density“. Nutze die Kennzahl deshalb als Beobachtung, nicht als Ziel — und schreib Sätze, in die dein Keyword von selbst hineingehört.
Was die Keyworddichte misst — und wie du sie berechnest
Die Keyworddichte ist ein Indikator dafür, wie oft ein ausgewähltes Keyword auf einer Seite erscheint. Ausgedrückt wird sie immer als Prozentsatz der gesamten Wortzahl dieser Seite. Der HTML-Code, mit dem die Seite gebaut ist, zählt dabei nicht mit — nur der sichtbare Text. Mehr ist die Kennzahl nicht: eine Häufigkeitsangabe. Kein Qualitätsurteil, kein Rankingfaktor, kein Versprechen.
Ob du Keyworddichte, Keyword-Dichte oder Keyword Dichte schreibst, ändert an der Sache nichts. Alle drei Schreibweisen meinen dieselbe Größe, und in Werkzeugen, Foren und Blogbeiträgen findest du sie bunt gemischt. In diesem Beitrag benutze ich überwiegend die zusammengeschriebene Form, gelegentlich die mit Bindestrich — schon damit du siehst, dass es keinen Unterschied macht.
Wichtig ist der Zusatz, der fast immer fehlt: Die Regel gilt pro Seite. Jede einzelne Seite deiner Website hat ihre eigene Keyworddichte, und sie gilt nicht nur für ein einzelnes Wort, sondern genauso für eine Wortfolge, die sich auf ein anderes Produkt oder eine andere Dienstleistung bezieht. Ein Long-Tail-Keyword aus vier Wörtern kannst du also genauso auszählen wie ein einzelnes Substantiv.
Die Formel: Keyword Dichte berechnen in drei Schritten
Die Rechnung ist Grundschulmathematik. Du zählst, wie oft dein Keyword im Text vorkommt. Du zählst, wie viele Wörter der Text insgesamt hat. Dann teilst du das eine durch das andere und multiplizierst mit 100.
Angenommen, auf deiner Seite stehen 100 Wörter — ohne den HTML-Code, der zum Schreiben der Seite verwendet wurde — und du verwendest ein bestimmtes Keyword fünfmal im Inhalt. Dann rechnest du: 5 geteilt durch 100 ergibt 0,05. Weil die Keyworddichte ein Prozentsatz der Gesamtwortzahl ist, multiplizierst du diese Zahl mit 100: 0,05 mal 100 sind 5 Prozent.
Das Beispiel ist absichtlich klein gewählt, damit du die Rechnung im Kopf nachvollziehen kannst. In der Praxis rechnest du mit anderen Größenordnungen: Ein Beitrag mit 2.000 Wörtern, in dem dein Keyword zwanzigmal vorkommt, landet bei 20 geteilt durch 2.000 gleich 0,01 — also einem Prozent. Derselbe Beitrag mit vierzig Vorkommen läge bei zwei Prozent. Du siehst schon an diesen Zahlen, wie wenig Spielraum zwischen den Werten liegt, um die im Netz so viel Aufhebens gemacht wird.
Eine Feinheit, die selten dazugesagt wird: Bei mehrwortigen Keywords zählen Werkzeuge unterschiedlich. Manche werten „optimale Keyworddichte“ als einen Treffer, andere rechnen die drei enthaltenen Wörter einzeln in den Zähler. Je nachdem, welches Werkzeug du benutzt, bekommst du für denselben Text unterschiedliche Prozentwerte. Zwei Messungen aus zwei Tools sind deshalb nicht ohne Weiteres vergleichbar — was für sich genommen schon ein guter Grund ist, die Zahl nicht als Zielgröße zu behandeln.
Der Zählweg ohne Werkzeug — mit Textverarbeitung und Suchen-und-Ersetzen
Du brauchst kein Plugin und keinen Onlinedienst, um die Keyword-Dichte einer Seite zu bestimmen. Der Weg von Hand dauert zwei Minuten und hat den Vorteil, dass du genau weißt, was gezählt wurde:
- Kopiere den sichtbaren Inhalt einer einzelnen Seite und füge ihn in ein Textverarbeitungsprogramm ein.
- Markiere alles und lass dir die Wortzahl anzeigen. Notiere dir die Gesamtzahl der Wörter.
- Öffne die Funktion Suchen und Ersetzen. Trage dein Keyword sowohl im Suchfeld als auch im Ersetzen-Feld ein — du ersetzt das Wort also durch sich selbst und veränderst den Text nicht.
- Führe die Ersetzung aus. Das Programm meldet dir, wie viele Ersetzungen es vorgenommen hat. Genau so oft kommt dein Keyword auf dieser Seite vor.
- Aus der Gesamtwortzahl und der Trefferzahl rechnest du die Keyworddichte nach der Formel oben aus.
Zwei Fallen stecken in diesem Verfahren. Erstens zählt die Wortzahl deiner Textverarbeitung alles mit, was du hineinkopiert hast — auch Navigation, Fußzeile oder Kommentare, wenn du sie versehentlich mitnimmst. Zweitens findet die Suche auch Wortteile, wenn dein Keyword in längeren Wörtern steckt. Beides verschiebt das Ergebnis, und beides merkst du nur, wenn du selbst zählst statt ein Werkzeug zählen zu lassen.
Einen eigenen Rechner für diese Aufgabe, samt einer ehrlichen Einordnung, was die Zahl im Einzelfall überhaupt taugt, bereite ich als eigenen Beitrag vor. Sobald er online ist, verlinke ich ihn an dieser Stelle.
Wie hoch soll die Keyworddichte sein? Googles Antwort von 2023
Das ist die Frage, wegen der du vermutlich hier gelandet bist. Sie wird millionenfach gestellt, und es gibt eine erstaunlich klare Antwort darauf — nur nicht die, die man sich wünscht.
Der Satz aus den Google Search Central Office Hours
In den Office Hours vom Januar 2023 wurde Google genau das gefragt: ob die Keyworddichte für den Inhalt berücksichtigt werde. Die Antwort:
„Well, no, Google does not have a notion of optimal keyword density.“
Google Search Central Office Hours, Januar 2023
Übersetzt: Google kennt den Begriff einer optimalen Keyworddichte schlicht nicht. Es gibt in den Systemen keinen Schwellenwert, den du treffen könntest, und keinen Korridor, in dem du landen müsstest. In der Antwort wird ergänzt, dass Googles Systeme das Thema einer Seite auch dann erkennen, wenn ein Begriff nicht ausdrücklich fällt — dass es aber trotzdem sinnvoll ist, deutlich zu benennen, worum es auf der Seite geht. Nicht wegen einer Prozentzahl, sondern damit Leser und Suchmaschine verstehen, was du anbietest.
Das ist der ganze Kern des Themas. Wenn du bisher davon ausgegangen bist, dass es eine seo Keyworddichte gibt, die du treffen musst, kannst du diese Sorge streichen. Was bleibt, ist die eigentliche Arbeit: einen Text zu schreiben, in dem klar wird, wovon er handelt.
Woher die Prozentwerte stammen — auch die aus diesem Blog
Warum stehen dann überall Zahlen? Weil sie sich gut weitergeben lassen. Eine Faustregel aus den frühen Zweitausendern wird zitiert, das Zitat wird zitiert, und irgendwann liest es sich wie ein Naturgesetz. Belegt hat diese Werte nie jemand, jedenfalls nicht mit einer Aussage von Google.
Ich muss das an dieser Stelle in eigener Sache sagen, sonst wäre der Beitrag unehrlich. In diesem Blog standen jahrelang solche Zahlen. In der früheren Fassung dieses Beitrags hieß es, man könne eine Keyword-Dichte von etwa zwei Prozent in Betracht ziehen, oder alternativ einen Bereich von einem bis drei Prozent. Im Beitrag „Keyworddichte — was ist das?“ stand sogar, der akzeptierte Standard liege zwischen drei und fünf Prozent und dürfe niemals überschritten werden. Diese Angaben nehme ich zurück. Sie waren nicht belegt, sie widersprechen einander, und sie widersprechen dem, was Google selbst sagt.
Diese Art von Altlast findet man im eigenen Bestand häufiger, als einem lieb ist. Ich habe das an anderer Stelle einmal systematisch durchgesehen und aufgeschrieben, was dabei herauskam: sieben SEO-Fehler, die ich jahrelang übersehen habe. Zwei Beiträge zum selben Thema, die sich gegenseitig widersprechen, waren einer davon.
SEO Keyworddichte in der Praxis: was statt der Zahl zählt
Wenn die Prozentzahl wegfällt, bleibt die Frage, was du stattdessen tust. Die Antwort ist unspektakulär, aber sie wirkt: Du arbeitest an der Auswahl und an der Formulierung, nicht an der Häufigkeit.
Erst schreiben, dann optimieren
Eines der besten Dinge, die du tun kannst, ist, zuerst einen wertvollen Beitrag zu schreiben und erst danach auf die Keyworddichte zu schauen. Du hast eine Keywordrecherche gemacht und weißt, wonach deine Leser suchen. Du hast ein konkretes Keyword ausgewählt und ein paar Long-Tail-Varianten, die zum Thema passen. Und dann legst du diese Liste beiseite und schreibst den Text.
Der Grund ist simpel: Ein Text, den du um eine Zielzahl herum baust, liest sich wie ein Text, der um eine Zielzahl herum gebaut wurde. Ein Text, den du für Leser schreibst, enthält dein Keyword ohnehin — weil du gar nicht anders kannst, als das Thema beim Namen zu nennen, wenn du es erklärst. Erst im zweiten Durchgang gehst du den Beitrag durch und prüfst, ob er sauber optimiert ist: Überschriften, Einleitung, Meta-Angaben, Bilder. Diese Reihenfolge ist der eigentliche Trick.
Und ein wertvoller Beitrag zieht nicht nur Traffic an, er behält ihn auch. Er hilft dir, dich in deiner Nische als Adresse zu etablieren, an die man sich erinnert. Das ist der Teil der Arbeit, den keine Kennzahl abkürzt.
Ein Hauptkeyword, viele Varianten
Auch ohne magische Formel bleibt es wichtig, ein passendes Keyword auszuwählen und es gut zu verwenden. Nimm dir ein, höchstens zwei Hauptkeywords pro Beitrag vor. Ist die Konkurrenz in deiner Nische groß, beschränkst du dich besser auf eines. Zwei Beiträge, die auf dasselbe Keyword zielen, machen sich gegenseitig Konkurrenz — genau das war der Grund, diesen Beitrag und den früheren Text zusammenzuführen.
Rund um dieses eine Hauptkeyword darfst du dann großzügig variieren. Menschen suchen nicht in einer einzigen Schreibweise. Sie tippen Keyworddichte, Keyword Dichte, Keyword-Dichte, sie suchen nach der optimalen Keyworddichte, sie fragen ausformuliert, wie hoch soll die Keyworddichte sein, und manche wollen nur wissen, wie sie die keyword dichte berechnen können. Wenn du all das im Text tatsächlich beantwortest, kommen die Varianten von allein vor — in echten Sätzen, an Stellen, an denen sie etwas erklären.
Der Gegentest ist einfach: Lies den Absatz laut. Wenn dir ein Keyword im Mund komisch vorkommt, gehört es an dieser Stelle nicht hin. Natürlich wirkende Long-Tail-Keywords lassen sich besser in Sätzen unterbringen als Wortfolgen, die laut Keywordtool zwar viele Suchanfragen haben, in dieser Wortstellung aber niemand spricht. Solche Begriffe erwähnst du einmal an passender Stelle — und formulierst den Rest des Textes normal.
Keyworddichte SEO: Platzierung, Werkzeuge und Grenzen
Bleibt die Frage, wo dein Keyword überhaupt hingehört — und was die Werkzeuge taugen, die dir die Dichte anzeigen.
Wohin das Keyword gehört — und wohin nicht
Wenn du dich für ein Keyword entschieden hast, sollte es an den Stellen auftauchen, an denen sowohl Leser als auch Suchmaschine hinschauen: möglichst weit vorn im Titel, im ersten Absatz, in mindestens einer Zwischenüberschrift, in der Meta-Beschreibung und im Alternativtext deiner Bilder. Das sind keine Quoten, sondern Positionen. Sie kosten dich fünf Vorkommen und erledigen den größten Teil dessen, was eine Keyworddichte-Optimierung je geleistet hat.
Ebenso hilfreich: eine Variante des Keywords im Schlusssatz, und ein paar verwandte Begriffe verteilt über den Text. Nicht weil eine Regel es verlangt, sondern weil ein Text, der ein Thema wirklich behandelt, dessen Vokabular ohnehin benutzt.
Der zweite Hebel liegt außerhalb des einzelnen Beitrags: Verweise deine Beiträge aufeinander, wo es inhaltlich passt. Interne Links helfen Lesern beim Weiterlesen und zeigen der Suchmaschine, welche Seite zu welchem Thema die Hauptseite ist. Wie ich das hier automatisiert habe — und warum der erste Anlauf gescheitert ist — steht im Beitrag zur automatischen internen Verlinkung.
Keyword-Stuffing: was Google wirklich sanktioniert
Dass es keine optimale Keyworddichte gibt, heißt nicht, dass Häufigkeit egal wäre. Google beschreibt in seinen Spam-Richtlinien ausdrücklich Keyword-Stuffing: das Füllen einer Seite mit Keywords oder Zahlen in dem Versuch, das Ranking in den Suchergebnissen zu manipulieren. Als Beispiele nennt Google unter anderem Listen von Telefonnummern ohne erkennbaren Mehrwert, Textblöcke mit Aufzählungen von Städten und Regionen, für die eine Seite ranken will, und das unnatürliche Wiederholen identischer Wörter oder Wortgruppen.
Entscheidend ist, was in dieser Beschreibung nicht steht: ein Schwellenwert. Google nennt keine Prozentzahl, ab der Wiederholung zum Verstoß wird. Maßgeblich sind die Absicht und die Unnatürlichkeit — nicht der Zählerstand. Der praktikable Test ist deshalb kein Werkzeug, sondern eine Frage: Existiert dieser Satz, damit ein Leser etwas erfährt, oder existiert er, damit das Keyword noch einmal vorkommt? Im zweiten Fall streichst du ihn.
Ein SEO-Plugin kann dir bei dieser Durchsicht helfen. Yoast SEO zum Beispiel zeigt dir an, wie oft dein Fokus-Keyword im Text vorkommt und wo es fehlt — im Titel, in der Meta-Beschreibung, in den Überschriften. Nimm diese Anzeige als Checkliste für die Platzierung, nicht als Prüfung, die auf Grün stehen muss. Ein grünes Ampellicht ist kein Ranking, und ein oranges ist kein Fehler. Welche Plugins auf einem Blog wirklich gebraucht werden, habe ich in Welche WordPress Plugins braucht man wirklich? zusammengetragen; wie sich die Yoast-Felder auch ohne Editor setzen lassen, steht im Beitrag zu den Yoast-Feldern über die REST-API.
Bleibt der nüchterne Blick auf die eigenen Zahlen. Ob deine Arbeit an einem Beitrag etwas bewirkt, siehst du nicht an der Keyworddichte, sondern in der Search Console — an Impressionen, Positionen und Klicks. Wie ernüchternd dieser Blick zu Beginn ausfallen kann, habe ich in Null Klicks in drei Monaten aufgeschrieben. Genau diese Auswertung war übrigens der Anlass, die beiden Keyworddichte-Beiträge zusammenzulegen: Sie teilten sich dieselbe Nachfrage und keiner von beiden bekam sie.
Wenn du zur Keywordrecherche noch Werkzeuge suchst: Ein paar Anlaufstellen habe ich auf der Seite Blogger Tools unter Keyword Tools gesammelt. Und ansonsten gilt: SEO wird mit der Übung einfacher und selbstverständlicher. Bleib dran — die Zahl, die du zu Beginn gesucht hast, wirst du irgendwann nicht mehr vermissen.
Häufige Fragen zur Keyworddichte


Hy und Danke für den Artikel. Es kommt natürlich auf auf die Artikel Länge an. Ich hab jetzt schon sehr oft einige Tests gelesen wo viele Betreiber das mal ausprobiert haben. Artikel mit gute 2000 Worten rannten besser als kleinere Artikel. Dazu muss man aber auch sagen, das man dann den Artikel aber auch vernünftig schreiben sollte, sprich der Artikel sollte sich gut lesen können. Es bringt keinen was einen Artikel unñötig in die Länge zu ziehen, nur um auf ungefähr 2000 Worte zu kommen.
Ja, völlig richtig! Den Artikel sinnlos in die Länge ziehen verprellt höchstens die echten Blog-Leser. Und auf die kommt es ja am Ende an.
Wenn man für ein hart umkämpftes Keyword ranken möchte, hat man ein Hauptkeyword und benötigt fürs Hauptkeyword alle richtigen Nebenkeywords: Beides bestimmt fast schon automatisch die Anzahl der Wörter für einen Artikel/Produkt.