Wie du deinen Blog in ein Blogverzeichnis einträgst – eine kleine Anleitung für Anfänger, mit einer ehrlichen Einordnung, was so ein Eintrag heute noch bringt.
Mittlerweile sind über anderthalb Millionen Blogs online, und es gibt Tausende und Abertausende von Lesern, die all die mehr oder weniger intellektuellen und kreativen Absonderungen der Blogger durchforsten müssen, um die Themen zu finden, die sie gerne lesen möchten. Schließlich gibt es so viele Geschmäcker und Gedanken, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt. Ein Blog kann für jeden die Chance sein, mit seinen Meinungen und Gedanken gehört zu werden. Wenn du einen Blog hast, hast du sicher schon einmal davon geträumt, in der Blogosphäre groß rauszukommen und Menschen dazu zu bringen, deine Werke und Beiträge zu lesen, egal wo sie sich auf der Welt befinden. Um dieses Ziel zu erreichen, musst du jedoch geeignete Wege finden, um für deinen Blog zu werben.
Blogverzeichnisse auf einen Blick
- Was es ist: Ein Blogverzeichnis ist eine nach Kategorien und Stichwörtern sortierte Liste von Blogs, in der Leser gezielt nach Themen suchen und filtern können.
- Was es für SEO bringt: Wenig. Die meisten Verzeichnislinks sind heute nofollow gesetzt oder so schwach, dass sie für die Google-Position praktisch keine Rolle spielen.
- Was es trotzdem bringt: Sichtbarkeit in einer Nische. In einem gepflegten, thematisch passenden Verzeichnis finden dich Menschen, die genau dein Thema suchen.
- Woran du ein gutes Verzeichnis erkennst: Redaktionelle Prüfung, saubere Kategorien, aktuelle Einträge und keine Pflicht zum Rücklink an prominenter Stelle.
- Woran du eine Linkschleuder erkennst: Sofortfreischaltung ohne Prüfung, Hunderte Themen bunt durcheinander, viel Werbung und Pakete mit Dutzenden Eintragungen auf einmal.
- Wann du eintragen solltest: Erst wenn dein Blog eine erkennbare Ausrichtung und ein paar sorgfältig geschriebene Beiträge hat, nicht am ersten Tag.
- Wie viele: Eine Handvoll gut ausgewählter Verzeichnisse reicht. Masse hilft nicht, sondern kostet nur Zeit.
Was ein Blogverzeichnis ist und was es heute noch bringt
So funktioniert ein Blogverzeichnis
Genauso wie Google einzelne Websites indiziert und unter dem richtigen Stichwort einordnet, kannst du deinen Blog auch in ein Online-Blogverzeichnis eintragen. Das Verzeichnis ist eine gute Möglichkeit für dich, bemerkt zu werden. Indem du deinen Blog unter bestimmte Kategorien oder Stichwörter einträgst und das Verzeichnis durchsucht werden kann, wobei einzelne Einträge nach Themen kategorisiert und gefiltert werden können, kannst du mehr Leser gewinnen – und zwar nicht nur Gelegenheitsleser, die auf der Durchreise sind, sondern auch solche, die tatsächlich deine Interessen teilen könnten.
Dahinter steckt ein sehr altes Prinzip des Webs: Bevor Suchmaschinen gut genug waren, fanden Menschen neue Seiten über gepflegte Listen. Diese Idee ist nicht verschwunden, nur kleiner geworden.
Was ein Eintrag für SEO wirklich leistet
Hier lohnt sich Ehrlichkeit, denn viele ältere Ratgeber versprechen an dieser Stelle zu viel. Der direkte SEO-Nutzen eines Verzeichniseintrags ist heute gering. Die meisten Verzeichnisse setzen ihre ausgehenden Links auf nofollow, und selbst dort, wo das nicht der Fall ist, sind die Seiten oft so schwach und so voller Links, dass für deinen Blog kaum etwas übrig bleibt. Wer dir verspricht, dass du mit ein paar Eintragungen in der Suche nach vorne kommst, verkauft dir etwas. Erwarte also keinen Sprung in den Rankings – und plane erst recht keine Traffic-Zahlen ein, die niemand seriös vorhersagen kann.
Der Nutzen liegt woanders: in der Sichtbarkeit. In einem thematisch engen, gepflegten Verzeichnis stöbern Menschen, die genau dein Thema suchen. Diese Leser sind wertvoller als jeder schwache Link. Dazu kommt ein kleiner Nebeneffekt: Ein Eintrag ist ein weiterer Ort im Netz, an dem dein Blogname mit deinem Thema zusammen auftaucht. Wenn du wissen willst, welche Fehler dir beim Blog-SEO tatsächlich schaden, ist der Beitrag über typische SEO-Fehler im eigenen Blog die deutlich lohnendere Lektüre als jede Liste von Eintragungsdiensten.
Ein gutes Blogverzeichnis von einer Linkschleuder unterscheiden
Woran du ein taugliches Verzeichnis erkennst
Es gibt viele verschiedene Verzeichnisse, und du solltest eines finden, das nicht nur einen kostenlosen Eintrag bietet, sondern auch redaktionell betreut wird. Kostenlose Einträge gibt es reichlich, du brauchst dir also keine Sorgen zu machen, dass du nichts findest. Es ist leicht, solche kostenlosen Blogverzeichnisse zu nutzen. Prüfe vor der Anmeldung ein paar einfache Dinge:
- Werden neue Einträge geprüft, bevor sie erscheinen, oder ist jeder sofort drin?
- Sind die Kategorien sinnvoll geschnitten und thematisch sauber getrennt?
- Führen die aufgeführten Blogs überhaupt noch irgendwohin, oder sind viele davon längst offline?
- Gibt es einen erkennbaren Betreiber mit Impressum und einer Ansprechmöglichkeit?
- Wirkt die Seite gepflegt, oder stammt der letzte sichtbare Eintrag aus einer anderen Internet-Epoche?
Ein guter Test ist die Suchfunktion: Gib dein eigenes Thema ein. Findest du dort Blogs, die du selbst gerne lesen würdest, ist das Verzeichnis brauchbar. Findest du nur Werbeseiten, spar dir die Anmeldung.
Warnzeichen für ein Linkschleuder-Verzeichnis
Du kannst deine Seite auch in ein Blogverzeichnis eintragen, das dir die größte mögliche Sichtbarkeit verspricht. Diese sind leider oft nicht kostenlos, sondern verlangen eine Aufnahmegebühr. Bei bezahlten Einträgen solltest du besonders genau hinsehen, denn hier sitzen die unseriösen Anbieter. Verdächtig ist alles, was nach Automatik klingt: Pakete mit Dutzenden oder Hunderten Eintragungen auf einen Schlag, Versprechen über garantierte Positionen bei Google, Formulare, die einen Rücklink an prominenter Stelle zur Pflicht machen, oder Seiten, auf denen zwischen den Einträgen mehr Werbung steht als Inhalt. Solche Verzeichnisse bringen dir keine Leser, und für Suchmaschinen sind sie im besten Fall bedeutungslos.
Wer dir Geld abnehmen will, muss einen erkennbaren Gegenwert liefern: echte Redaktion, echtes Publikum, eine klare Nische. Zum Stöbern taugt ohnehin oft eine handverlesene Sammlung besser, etwa unsere Linksammlung für Blogger.
So läuft die Eintragung praktisch ab
Vorbereitung: Blog, Keywords und Kategorie
Trage deinen Blog nicht zu früh in solche Blog-Verzeichnisse ein. Es gibt viele Blog-Autoren da draußen, die nicht einmal ein paar Artikel fertig schreiben oder zwar fertig, aber unsorgfältig schreiben. Das ist nicht gut, denn du musst dich von den anderen Bloggern abheben. Stelle sicher, dass dein Blog für die Welt bereit ist, bevor du ihn in ein Blog-Verzeichnis aufnehmen lässt. Ein halbes Dutzend ordentlicher Beiträge, eine funktionierende Über-mich-Seite und ein klares Thema sind das Minimum. Wenn du an dieser Stelle noch unsicher bist, wohin dein Blog überhaupt soll, hilft ein Schritt zurück zur Frage, warum du einen Blog starten willst.
Bevor du deinen Blog in ein Blogverzeichnis einträgst, vergewissere dich, dass du genau weißt, was die Haupt-Keywords sind, die du auf deinem Blog nutzt. Diese werden oft benötigt, wenn du deine Blog-Website registrierst. Du darfst nämlich auf gar keinen Fall willkürliche Keywords eingeben, um zu erreichen, dass dein Blog unter den falschen Keywords gefunden wird. Du weißt, wie es sich anfühlt, über eine Website zu stolpern, die absolut nichts mit deinem Suchbegriff zu tun hat. Stell dir also vor, wie ein Blog-Leser sich fühlen würde, wenn er oder sie deinen Blog findet, sich aber nicht für dessen Inhalt interessiert!
Das Formular ausfüllen und den Eintrag bestätigen
Der eigentliche Vorgang ist überall ähnlich und in wenigen Minuten erledigt. Halte diese Angaben bereit:
- Die vollständige Adresse deines Blogs, am besten die Startseite mit https.
- Den Blognamen, genau so geschrieben wie auf deiner Seite.
- Eine kurze Beschreibung, meist zwischen 150 und 300 Zeichen, die dein Thema in eigenen Worten benennt und nicht aus aneinandergereihten Suchbegriffen besteht.
- Die passende Kategorie, notfalls die nächstliegende Oberkategorie statt einer schief passenden Unterkategorie.
- Eine E-Mail-Adresse für die Bestätigung sowie die Adresse deines RSS-Feeds, falls danach gefragt wird.
Danach kommt in der Regel eine Bestätigungsmail, und der Eintrag geht in die Prüfung. Bei redaktionell betreuten Verzeichnissen kann das ein paar Tage bis mehrere Wochen dauern. Schreibe dir auf, wo du dich wann angemeldet hast, mit welcher Beschreibung und unter welcher Kategorie. Diese Liste hilft dir später bei der Kontrolle und verhindert, dass du dich versehentlich doppelt anmeldest.
Nach der Eintragung: kontrollieren und weiterarbeiten
Was du nach einigen Wochen prüfst
Ein Eintrag ist kein Selbstläufer, deshalb lohnt sich ein Blick nach vier bis sechs Wochen. Ist dein Blog überhaupt freigeschaltet worden, und stehen Name, Beschreibung und Kategorie so da, wie du sie eingereicht hast? Schau dann in deine Statistik oder in die Google Search Console, ob von dort überhaupt jemand kommt. Wenn über Monate niemand über ein Verzeichnis auf deinen Blog gelangt, ist das eine klare Antwort: Es bringt dir nichts, und du kannst es abhaken. Prüfe außerdem, ob dein Eintrag noch existiert – Verzeichnisse verschwinden oder werden ausgedünnt.
Blogverzeichnisse sind nur ein Baustein
Natürlich bist du nicht auf ein einziges Blogverzeichnis beschränkt: Versuche, dich in etwa vier oder fünf einzutragen, denn es gibt Leser, die oft einem einzigen Blog-Verzeichnis treu bleiben, weil sie dieses einmal in ihrem Webbrowser als Bookmark eingetragen haben. Mit dieser Technik der Mehrfacheintragung kannst du deinen Blog unter Umständen weiter und schneller verbreiten. Mehr als eine solche Handvoll sorgfältig ausgesuchter Verzeichnisse solltest du dir aber nicht vornehmen – jede weitere Eintragung kostet Zeit, die du besser in einen guten Beitrag steckst.
Dank der Macht der Technologie und des Internets hast du ohnehin eine Menge Techniken zur Auswahl, wenn es darum geht, deinen Blog zu bewerben. Zum einen kannst du in Foren posten, die Themen behandeln, die mit deinem Blog in Zusammenhang stehen, und in denen es Mitglieder gibt, die an den Dingen, die du zu sagen hast, interessiert sein könnten. Eine andere Möglichkeit, für deinen Blog Werbung zu machen, sind Mailinglisten: Du kannst Menschen helfen, von denen du weißt, dass sie von deinem Fachwissen profitieren können. Erstelle zu diesem Zweck eine eigene Mailingliste und schicke den Abonnenten regelmäßige Rundmails. Oder du kannst einfach einer fremden, moderierten Mailingliste beitreten, auf der Menschen deine Interessen teilen, und dort auf deinen Blog hinweisen.
Verglichen mit einem Verzeichniseintrag wirken zwei andere Wege deutlich stärker: das Gespräch in den sozialen Netzwerken, über das der Beitrag zur Bedeutung von Social Signals für dein Blog mehr sagt, und der Austausch mit anderen Bloggern, für den es sich lohnt, mehr Kommentare auf dem eigenen Blog zu bekommen. Ein Verzeichnis trägt dich einmal ein. Ein Gespräch bringt dich immer wieder zurück ins Blickfeld.
Häufige Fragen zu Blogverzeichnissen
Nutzen und Auswahl
Eintrag und Kontrolle
Weitere Tipps zu Blogverzeichnissen und SEO
Dies sind nur ein paar Tipps, die du beachten solltest, bevor du beginnst, deinen Blog in ein Blog-Verzeichnis einzutragen. Weitere Informationen findest du bei den Beiträgen zum Thema SEO und im Beitrag Blogverzeichnisse nutzen. Dort stehen weitere Tipps, welche Regeln du bei einer Eintragung befolgen musst und wie du die Reichweite von einzelnen Verzeichnissen besser einschätzen kannst. Mit einer guten Planung, guten Keywords und der richtigen Keyword-Density, ganz zu schweigen von gutem Content, wirst du beim Bloggen erfolgreich sein.
Und wenn dir die Blogverzeichnisse am Ende kaum Leser gebracht haben, ist das kein Fehler deinerseits, sondern der normale Stand der Dinge. Der eigentliche Motor deines Blogs bleiben die Beiträge, die Menschen wirklich lesen wollen.


Toller Blog Artikel. Ich selber lasse meine Website derzeit neu überarbeiten und überlege ebenfalls einen Blog einzubauen, einfach nur damit es Möglichkeiten gibt mitzuwirken. Danke und viele Grüße, Rainer