Die Rechnung selbst dauert zehn Sekunden. Du zählst, wie oft dein Begriff im Text vorkommt, teilst durch die Gesamtzahl der Wörter und nimmst das mal 100 — besteht dein Begriff aus mehreren Wörtern, rechnest du seine Wortzahl mit ein, dazu gleich mehr. Fertig ist die Keyworddichte. Weiter unten steht ein kleiner Rechner, der dir genau das abnimmt — du fügst deinen Text ein, tippst deinen Begriff daneben und bekommst Wortzahl, Trefferzahl und Prozentwert.
Die unbequeme Hälfte der Antwort kommt danach: Es gibt keinen Zielwert, auf den du hinschreiben solltest. Keyworddichte ist keine Stellschraube, an der du drehst, bis eine Zahl stimmt. Sie ist ein Messwert — und ein Messwert wird nicht dadurch besser, dass du ihn zum Ziel erklärst. Dieser Beitrag rechnet also erst, und ordnet dann ein.
Keyworddichte auf einen Blick
- Die Formel: Die Keyworddichte ist die Anzahl der Vorkommen deines Begriffs, multipliziert mit der Wortzahl des Begriffs, geteilt durch die Gesamtwortzahl des Textes, das Ganze mal 100. Bei einem Begriff aus einem einzigen Wort fällt die Multiplikation weg.
- Kein Zielwert: In der Mitschrift der Google SEO Office Hours vom Januar 2023 heißt es, Google kenne keine optimale Keyworddichte. Zahlen wie zwei bis vier Prozent kursieren seit Jahren als Faustregel; mir ist keine belastbare Quelle dafür bekannt.
- Kein Rankingfaktor mit Sollwert: Die Keyworddichte ist eine Eigenschaft deines Textes, keine Größe, die Suchmaschinen gegen einen Grenzwert prüfen.
- Wofür sie taugt: Die Keyworddichte ist ein brauchbares Warnsignal nach oben — sie zeigt dir, wenn ein Begriff auffällig oft im Text steht.
- Mehrwortbegriffe: Bei einer Phrase aus mehreren Wörtern zählst du die Phrase als Ganzes und rechnest ihre Wortzahl in die Keyworddichte ein.
- Der bessere Test: Lies die Stellen laut vor. Wo dir dein eigener Satz im Mund klemmt, hilft dir keine Prozentzahl weiter.
- Datenschutz beim Rechner unten: Die Berechnung der Keyworddichte läuft vollständig in deinem Browser. Dein Text wird nicht verschickt und nicht gespeichert.

Keyworddichte berechnen: die Formel und ihre Tücken
Die Rechnung in einem Satz
Es gibt an dieser Formel nichts zu verstehen, was länger als eine Zeile bräuchte:
Keyworddichte in % = (Vorkommen × Wortzahl des Begriffs / Gesamtzahl der Wörter) × 100
Einwortbegriff: Wortzahl des Begriffs = 1
also (Vorkommen / Gesamtzahl der Wörter) × 100
Ein Beispiel: Dein Text hat 1.200 Wörter. Dein Begriff ist ein einzelnes Wort und steht 14 Mal darin. Dann rechnest du 14 geteilt durch 1.200, das sind 0,01167 — mal 100 ergibt eine Keyworddichte von rund 1,17 Prozent. Besteht dein Begriff dagegen aus zwei Wörtern, belegen dieselben 14 Treffer 28 Wörter deines Textes: 28 geteilt durch 1.200, mal 100, also rund 2,33 Prozent. Mehr passiert bei dieser Rechnung nicht. Wenn dir jemand ein Werkzeug verkaufen will, das diese Zahl besonders raffiniert ermittelt, verkauft er dir eine Division.
Interessant wird es erst bei der Frage, was überhaupt in den Nenner gehört — und da fangen die Unterschiede zwischen zwei Werkzeugen an, die scheinbar dasselbe messen.
Was als Wort zählt — und was du besser weglässt
Zwei Rechner können für denselben Text unterschiedliche Werte ausspucken, ohne dass einer davon falsch rechnet. Sie ziehen die Grenze nur woanders. Diese Punkte machen den Unterschied:
- Nimmst du nur den Fließtext oder auch die Navigation? Wenn du eine ganze Seite in ein Werkzeug kippst, wandern Menü, Seitenleiste und Fußzeile in die Wortzahl. Das verwässert die Keyworddichte. Nimm den Artikeltext.
- Zählen Überschriften mit? Meistens ja, und das ist auch sinnvoll — sie sind Teil dessen, was gelesen wird.
- Zählen Titel-Tag, Meta-Beschreibung und Alt-Texte mit? Normalerweise nicht. Sie stehen nicht im Text, sondern daneben.
- Wie werden Bindestrich-Wörter behandelt? Der Rechner weiter unten zählt E-Mail-Adresse als ein Wort. Ein anderer zählt drei. Bei deutschen Texten macht das durchaus etwas aus.
- Werden Beugungen mitgezählt? Dieser Rechner sucht exakt. Bloggen und Blogs sind für ihn zwei verschiedene Dinge. Für die Suchmaschine sind sie das längst nicht mehr — was schon andeutet, wie grob dieser Messwert eigentlich ist.
Merke dir aus diesem Abschnitt vor allem eines: Eine Keyworddichte ohne die Angabe, wie gezählt wurde, ist keine vergleichbare Zahl. Sie ist bestenfalls ein Eindruck mit zwei Nachkommastellen.
Keyworddichte berechnen — Text einfügen, Begriff eintragen, rechnen lassen.
Dieser Rechner läuft vollständig in deinem Browser. Dein Text verlässt dieses Fenster nicht, es wird nichts an einen Server geschickt und nichts gespeichert. Schließt du die Seite, ist alles weg.
Zwei Hinweise zur Bedienung. Erstens: Gibst du eine Phrase aus mehreren Wörtern ein, sucht der Rechner die Wortfolge am Stück. Keyworddichte berechnen findet er nur dort, wo beide Wörter direkt hintereinander stehen. Für die Prozentzahl rechnet er dann Treffer mal Wortzahl der Phrase — zehn Treffer einer zweiwörtigen Phrase belegen zwanzig Wörter deines Textes. Überlappende Vorkommen zählt er dabei nur einmal — sonst könnte die Dichte über 100 Prozent steigen. Zweitens: Groß- und Kleinschreibung ist ihm egal, exakte Wortformen nicht.
Wenn du dir gerade eine Werkzeugkiste fürs Bloggen zusammenstellst, findest du in meiner Übersicht der Blogger-Tools die Sachen, die ich tatsächlich benutze.
Wie hoch soll die Keyworddichte sein?
Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen Zielwert
Das ist die Frage, wegen der die meisten Leute hier landen. Und die Antwort enttäuscht zuverlässig: Es gibt keine Prozentzahl, auf die du hinschreiben solltest.
Dafür gibt es eine Fundstelle bei Google selbst. In der Mitschrift der Google SEO Office Hours vom Januar 2023 wird gefragt, ob Google die Keyworddichte für Inhalte berücksichtige. Die Antwort dort beginnt mit dem Satz: „Google does not have a notion of optimal keyword density.“ Auf Deutsch: Google kennt keinen Begriff einer optimalen Keyworddichte. Weiter heißt es dort sinngemäß, Googles Systeme seien über die Jahre recht gut darin geworden zu erkennen, worum es auf einer Seite geht — selbst dann, wenn die Suchbegriffe gar nicht genannt werden.
Mehr ist es allerdings auch nicht: eine Aussage von Google über Google, kein Blick in den Ranking-Algorithmus. Ich gebe sie als Aussage wieder, nicht als Beweis. Sie ist immerhin datiert, sie steht in Googles eigener Dokumentation, und sie passt zu allem, was man von außen beobachten kann.
Die Zahlen, die trotzdem überall kursieren — zwei bis vier Prozent, ein bis drei Prozent, je nach Quelle — kann ich nicht belegen: Mir ist keine belastbare Grundlage für sie bekannt. Auch woher sie ursprünglich stammen, weiß ich nicht — weitergereicht werden sie jedenfalls von Ratgeber zu Ratgeber. Behandle sie als das, was sie sind: eine Faustregel, für die ich kein Fundament finde. Wenn du tiefer in diese Frage einsteigen willst, habe ich sie im Beitrag zur optimalen Keyworddichte ausführlicher auseinandergenommen. Die Arbeitsteilung ist Absicht: Hier stehen der Rechner, die Formel und ihre Tücken, dort die ausführliche Auseinandersetzung mit der Frage nach dem richtigen Wert. Wer einen Zielwert sucht, ist dort besser aufgehoben als hier — die beiden Beiträge sollen einander ergänzen und nicht gegeneinander antreten.
Was passiert, wenn du auf eine Zahl hinschreibst
Der Schaden ist nicht theoretisch. Wer eine Zielmarke im Kopf hat und merkt, dass er noch drei Nennungen darunter liegt, tut Folgendes: Er ersetzt ein Pronomen durch den vollen Begriff. Er baut eine Zwischenüberschrift ein, die inhaltlich nichts hinzufügt. Er formuliert einen Satz um, bis das Keyword hineinpasst — auch wenn er dann steifer klingt.
Jeder einzelne dieser Eingriffe macht den Text ein Stück schlechter. Zusammen ergeben sie diesen eigentümlichen Sound, den man sofort erkennt und nach zwei Absätzen wegklickt. Du optimierst dann nicht mehr für Leser, du optimierst für einen Zähler. Und der Zähler kauft nichts, teilt nichts und kommt nicht wieder.
Der umgekehrte Fall ist genauso lehrreich: Wenn dein Begriff in einem langen Text nur zweimal auftaucht, ist das selten ein Dichteproblem. Meistens heißt es, dass der Text das Thema gar nicht behandelt, von dem du glaubst, dass er es behandelt. Das repariert man nicht mit einem eingefügten Wort, sondern mit einem Absatz, der die Frage tatsächlich beantwortet.
Wofür der Rechner trotzdem gut ist
Keyworddichte als Warnsignal nach oben
Es gibt eine Richtung, in der die Keyworddichte etwas taugt, und das ist die nach oben. Nicht als Grenzwert, sondern als Auffälligkeit.
Wenn du deinen 900-Wörter-Text durch den Rechner schickst und dein Begriff kommt auf einen Wert, der weit über dem aller anderen inhaltstragenden Wörter liegt, dann ist das ein Anlass, den Text noch einmal zu lesen. Nicht, weil eine Schwelle gerissen wäre — sondern weil dir beim Schreiben etwas entglitten ist. Wiederholung passiert selten absichtlich. Sie passiert, wenn man ein Wort zu sehr im Kopf hat.
Deshalb gibt der Rechner oben auch keine Ampel aus. Er nennt dir drei Zahlen und lässt das Urteil bei dir. Die brauchbarste Anwendung ist der Vergleich: Rechne die Keyworddichte für deinen Begriff aus, dann für zwei, drei andere tragende Wörter des Textes. Wenn dein Keyword die anderen um ein Vielfaches überragt, hast du deinen Befund — ganz ohne Prozentvorgabe.
Zwei Prüfungen, die mehr bringen
Lies laut vor. Das ist unelegant und wirkt albern, und es ist trotzdem der beste Keyword-Test, den ich kenne. Wo dein Begriff zu oft steht, stolperst du beim Sprechen. Das Ohr merkt in zwanzig Sekunden, wofür der Rechner drei Nachkommastellen braucht.
Schau dir die Verteilung an, nicht die Summe. Zwölf Nennungen, gleichmäßig über 1.500 Wörter verteilt, sind unauffällig. Dieselben zwölf Nennungen, geballt in einem einzigen Absatz, sind ein Problem — und die Keyworddichte für den Gesamttext zeigt dir davon exakt nichts. Wenn du den Verdacht hast, rechne einzelne Abschnitte durch. Dafür ist ein Rechner, in den du beliebigen Text einfügen kannst, praktischer als jedes Plugin, das immer nur die ganze Seite ansieht.
Was du statt der Keyworddichte prüfst
Beantwortet der Text die Frage wirklich?
Die Frage, die zählt, ist nicht wie oft, sondern ob überhaupt. Steht die konkrete Antwort im Text, und steht sie weit genug oben? Wer wissen will, wie er die Keyworddichte berechnet, will die Formel sehen — nicht erst nach sechs Absätzen Vorgeschichte.
Praktisch heißt das: Nimm die Suchanfrage, zu der dein Text ranken soll, und lies deinen eigenen Beitrag als jemand, der genau diese Frage hat. Findest du die Antwort in zehn Sekunden? Wenn ja, ist die Keyworddichte egal. Wenn nein, hilft sie dir auch nicht.
Der zweite Punkt, den ich mir angewöhnt habe: Verwende ruhig Varianten. Dichte, Häufigkeit, Anteil, Prozentwert — Suchmaschinen kommen mit Synonymen und Umschreibungen seit Langem zurecht, und dein Text wird davon lesbarer. Es gibt keinen Grund, dreißigmal dieselbe Wortkette zu benutzen, nur weil sie in einem Werkzeug grün leuchtet.
Eine kurze Routine vor dem Veröffentlichen
- Steht die Antwort auf die Hauptfrage in den ersten beiden Absätzen?
- Beim Lautlesen: Klemmt irgendwo ein Satz, weil ein Begriff zu oft darin vorkommt?
- Keyworddichte einmal gegenrechnen — und danach nur handeln, wenn der Wert wirklich aus der Reihe fällt.
- Tritt eine andere eigene Seite gegen diesen Beitrag an? Das ist der Fehler mit dem größten Schadenspotenzial und dem geringsten Aufwand bei der Behebung.
- Zwei, drei interne Links auf Beiträge, die inhaltlich wirklich weiterhelfen.
Der vorletzte Punkt klingt nebensächlich und war auf dieser Seite der teuerste Fund überhaupt. Was dabei herauskam, steht in meiner Zusammenstellung der SEO-Fehler im eigenen Blog — sieben Stück, fast alle seit Jahren unbemerkt, keiner davon hatte etwas mit Keyworddichte zu tun.
Und wenn du gerade erst überlegst, ob sich der ganze Aufwand lohnt: Die Gründe, die tragen, und die Erwartungen, die nach vier Monaten für Frust sorgen, habe ich unter warum ein Blog starten gegenübergestellt. Die Keyworddichte steht in keiner der beiden Listen.


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